VZHÖ
10 Jahre Verband der Züchter des Huzulenpferdes in Österreich -
eine Erfolgsgeschichte
1997 - 2007
Es wäre einfach die erfolgreiche Entwicklung des Verbandes nur in nüchternen Zahlen darzustellen. Erfolgreich, trotz aller Widrigkeiten, Hemmnisse und den ständigen bis heute andauernden Attacken des gemischtrassigen Konkurrenzverbandes.
Inzwischen ist unser Verband etabliert und anlässlich seines 10-jährigen Bestandes ist es angebracht inne zu halten und die wichtigsten Stationen Revue passieren zu lassen.
Im November 1996 forderten mehrere Sektionen des gemischtrassigen „Verbandes der Pony- und Kleinpferdezüchter in Österreich (VPKZÖ)" jetzt ÖZP, wegen Diskriminierung ihrer Rassen und auf Grund von Unzulänglichkeiten und Unregelmäßigkeiten in der Finanzgebarung des Verbandsvorstands die Sperre der Verbandskonten des (VPKZÖ)/ÖZP.
Daraufhin trennten sich 1997 auch die Mitglieder der eigenständigen Sektion Huzulenpferd kollektiv, mit samt Funktionären und Fachpersonal vom VPKZÖ gegen dessen Willen, worauf der VPKZÖ/ÖZP versuchte, auf dem Gerichtsweg mit falschen Behauptungen die Anerkennung des VZHÖ zu verhindern. Und das bis zum heutigen Tag!
Dessen ungeachtet wurde 1997 der „VERBAND DER ZÜCHTER DES HUZULENPFERDES IN ÖSTERREICH (VZHÖ)" als österreichweit tätige, selbständige Rassezuchtorganisation für Huzulenpferde gegründet und behördlich anerkannt. Für die Züchter von Huzulenpferden war es wichtig, dass ein selbständiger Rassezuchtverband gegründet wurde, nur ein solcher konnte Mitglied der HIF, gemäß deren Statut werden. Die HIF - Hucul International Federation - ist keine Zuchtorganisation, sondern die internationale Dachorganisation der Huzulenpferde züchtenden Rassezuchtorganisationen, analog der WAHO für Araberpferde und der LIF für Lipizzaner.
Im Herbst 1996 hatte bereits eine Huzulenzüchterin ihren Wohnsitz nach Ungarn verlegt und ihre Pferde dorthin exportiert. Da der Tätigkeitsbereich von österreichischen Zuchtverbänden auf Österreich beschränkt ist, wurde eine diesbezügliche Anfrage zur züchterischen Betreuung ihrer Pferde in Ungarn, vom VZHÖ selbstverständlich abgelehnt. Der VPKZÖ/ÖZP jedoch betreute widerrechtlich die inzwischen als VPKZÖ/ÖZP-Mitglied deklarierte Züchterin in Ungarn.
Die Pioniere der Huzulenzucht in Österreich, die Direktoren der Waldviertler Oberland Fremdenverkehrs GmbH, hatten wesentlichen Anteil am Aufbau und der Entwicklung des jungen Verbandes VZHÖ.
Sie stellten ihre Erfahrung, die sie in den Anfangsjahren des von Univ. Prof. Schleger ausgearbeiteten Öko-Projekts der "Biologischen Kreislaufwirtschaft Moorbad Harbach" bei der Suche nach geeigneten Pferden gemacht hatten, dem Verband zur Verfügung.
Die Pferde sollten einerseits problemlos zum Nachweiden im Rahmen des biologischen Kreislaufs eingesetzt werden, andererseits für den Reitbetrieb im Robinson Club Ampflwang verwendbar sein.
Auf Anraten von Reg. Rat Ing. Franz Schröder entschied man sich für Huzulenpferde, die durch ihre Herkunft aus dem Gebiet der Waldkarpaten für das raue, feuchtkalte Klima im Waldviertel besonders geeignet schienen. Bereits in den 20-er Jahren, nach dem Zerfall der Monarchie, war ein Teil der auf Österreich entfallenden Huzulenzuchtpferde des Gestüts Lucina ins Waldviertel in Privatpflege gegeben worden, wo sie züchterisch leider nicht genutzt wurden.
So kamen 1991, nach ca. 60 Jahren wieder Huzulenstuten und -hengste aus Polen, Tschechien, der Slowakei, später auch aus Rumänien und Ungarn nach Österreich - ganz in die Nähe der Ortschaft Roßbruck, wo in der Vergangenheit schon einmal Huzulenpferde gelebt hatten.
Als erster Huzulenhengst kam OTHELLO, ein Vertreter der nicht gescheckten Gurgul-Linie aus der CSSR nach Österreich und wurde im Juli 1993 gekört. Der OPTIMATE-Bearbeiter im Rahmen des ÖPUL 2000, der Ehegatte jener nach Ungarn übersiedelten Züchterin, die nun als Rassesprecherin des ÖZP für Huzulenpferde fungierte, erklärte den Hengst später wegen Mangels an Vorgenerationen für nicht ÖPUL-zulässig, woraufhin er kastrieret wurde. Anschließende Nachforschungen des VZHÖ ergaben, dass der Ausschluss des Hengstes OTHELLO unbegründet und falsch war. Leider zu spät - zum Schaden des Besitzers und der Rasse.
1994 gelang es dem Reiterhof Brandstätter trotz aufwendiger Zoll- und Veterinärformalitäten, Huzulenzuchtstuten aus dem Traditionsgestüt Lucina in Rumänien, erstmals nach Österreich zu holen. Weitere hervorragende rumänische Zuchttiere, die weit mehr Vorgenerationen aufweisen als gefordert, konnten 1996 und 2000 importiert werden. Damit war nun eine hervorragende Basis für die österreichische Huzulenzucht gegeben. Die erneuten Versuche, auch diese Zuchttiere des VZHÖ unter dem Vorwand von Nichtvorhandensein der Pedigrees, von Krankheiten etc. als nicht ÖPUL -zulässig zu desavouieren, schlugen fehl.
Nachdem vom OPTIMATE-Bearbeiter das Ersuchen des VZHÖ um Übermittlung einer Diskette mit den Daten aller am ÖPUL 2000 teilnehmenden Huzulenpferde abgelehnt wurde, hat es die Zuchtbuchführung des VZHÖ übernommen, die Anpaarungsrechnungen für seine Mitglieder selbst zu erstellen.
Unser Verband hält sich an die Vorgaben des Zuchtbuches über den Ursprung der Rasse Huzulenpferd, das dem polnischen Pferdezuchtverband in Zusammenarbeit mit der HIF im Jänner 2003 unbefristet zuerkannt wurde. - Nicht zu verwechseln mit dem im Jahr 2002, bis 2006 befristeten, von der NÖ LLW-Kammer an den ÖZP zuerkannten Ursprungszuchtbuch, das weder den zuständigen Stellen der Ursprungsländer noch dem HIF- Präsidium bekannt war und außerhalb Niederösterreichs weder national noch international akzeptiert wurde.
Der so oft zitierte inoffizielle, handgeschriebene „Letter of Intent", weist Unterschriften von polnischen Züchtern auf, die vom Polnischen Pferdezuchtverband dazu nicht autorisiert waren. Auch im Nachhinein wurde der „Letter of Intent" von den dazu autorisierten Vertretern der Huzulen- pferdezuchtorganisationen von darin angeführten Ländern nicht bestätigt bzw. legitimiert.
Der VZHÖ hat das Verdienst, neben der Zuchtarbeit auf hohem Niveau, die Rasse der Huzulenpferde durch regelmäßige Präsenz in Medien, Öffentlichkeitsarbeit, wie Infostände, Rassepräsentationen, Mitwirkung an Showprogrammen auf Pferdemessen, sowie durch Auftritte bei Events anderer Pferderassen, Hoffesten der Archehöfe, Ortsbildmessen, Brauchtumsveranstaltungen, mit großem finanziellem und personellem Einsatz, bekannt gemacht zu haben. Die Qualität der Pferde zeigen die Siege und Platzierungen bei internationalen Zuchtbewerben - Siegerstute des Championats 2005 in Topolcianky/Slowakei; und im Reitsport - Siege beim Dressurbewerb 2005 in Topolcianky und den Pony-Power-Games in Wels, Platzierung bei den Meisterschaften im Distanzreiten - sowie die laufende Nachfrage aus dem In- und Ausland nach Huzulenpferden des VZHÖ. - Ein in Österreich gezogener, gekörter Hengst wurde vom Ungarischen Staatsgestüt Aggtelek angekauft, Zuchtstuten wurden nach Deutschland und England exportiert. 2007 werden Mitglieder des VZHÖ mit ihren Huzulengespannen an nationalen und internationalen Fahrbewerben teilnehmen.
Der Vorstand des VZHÖ hat die Verpflichtung, im Interesse seiner Mitglieder Entscheidungen zu treffen bzw. tätig zu sein. Dies geschieht im besonderen Maße im Hinblick auf die Qualität der von den Züchtern produzierten Pferde, damit deren Absatz auch weiterhin trotz der Konkurrenz durch die nun zur EU gehörenden Ursprungszuchtländer der Huzulenpferde gesichert ist.
Die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene im Rahmen der HIF (Hucul International Federation) gewährleistet einerseits die Mitsprache bei Entscheidungen der Internationalen Zuchtkommission, andererseits die Möglichkeit des Austauschs von Zuchttieren. Letzteres ist jedoch nur möglich, wenn in allen Zuchtländern etwa gleiche, gegenseitig anerkannte Anforderungen an Zuchttiere gestellt werden.
Für die Züchter ist die Wirtschaftlichkeit ein starkes Argument für den Einsatz von Huzulenpferden. Die aber hängt von der Absatzmöglichkeit und dem Verkaufserlös der Nachzucht ab, die durch Qualität überzeugen muss. Der Verband ist daher bemüht alle Voraussetzungen dafür zu schaffen, sei es durch die bereits erwähnte Öffentlichkeitsarbeit, durch Maßnahmen zur Qualitätssicherung, wie die DNA-Tyisierung bzw. Abstammungsüberprüfung aller Zuchttiere und deren Nachzucht, sowie die Organisation von Hengstleistungsprüfungenvor einer internationalen Zuchtkommission oder das Ausarbeiten eines Wesenstests als Übergangslösung bis zur Einführung der verpflichtenden Leistungsprüfung für Stuten. Ab dem Zuchtjahr 2011 müssen Hengstmütter bereits die Stutleistungsprüfung nachweisen.
Zur Verbreiterung der Zuchtbasis begrüßt der Verband jede Initiative, wertvolle Zuchttiere, deren Vorfahren zum Teil bis in die 80er-Jahre des 19. Jahrhundert zurück zu verfolgen sind, zu importieren.
Mittlerweile betreut der VZHÖ 269 Huzulenpferde und hat einen Datenbankbestand von ca. 2700 Huzulenpferden.
Eine Schattenseite der so überaus positiven Entwicklung stellen die Vorkommnisse dar, die nicht im Einflussbereich der Verbandsleitung liegen. Dabei handelt es sich meist um Züchter, die nicht dem VZHÖ angehören. Wenn Huzulenpferde „ins Gerede" kommen, d.h. mit negativen Inhalten wie - Huzulenpferde in Konkursmasse, Heulieferant und Pacht werden nicht bezahlt, Huzulenpferde werden ohne die im Ursprungszuchtbuch festgelegten Registernummern und Signalement, oft ohne Equidenpass zum Verkauf angeboten - in Verbindung gebracht werden, dann schadet es natürlich dem Image der Rasse und den Züchtern.
Auf keinen Fall wird der „Verband der Züchter des Huzulenpferdes in Österreich (VZHÖ)" akzeptieren, dass seine wertvolle Aufbauarbeit für die Rasse, durch Persönlichkeiten auf Grund deren Verhalten sich die österreichischen Sicherheitsbehörden, Bezirks- und Landesgerichte eingeschaltet haben, geschädigt wird, bzw. der VZHÖ in den Nahbereich solcher Machenschaften gerät.
Der VZHÖ ist dem Erhalt der autochthonen Rasse Huzulenpferd - als lebendiges Kulturgut - verpflichtet. Seine Aufgabe besteht weiters darin, im Interesse seiner Mitglieder, die Qualität der in Österreich gezüchteten Huzulenpferde zu sichern und zu fördern. Nur auf diese Weise ist gewährleistet, dass die Pferde des VZHÖ im internationalen Vergleich weiterhin, sowohl im Formwert als auch in den sportlichen Disziplinen, hervorragend abschneiden.
Das wichtigste Kriterium für die Beziehung Mitglied - Verband ist die Glaubwürdigkeit, die wiederum vom ehrlichen Bemühen aller und der soliden, korrekten und kompetenten Arbeit der Funktionäre abhängt.
Vorherige Seite: Liste der Deckhengste des VZHÖ 2007
Nächste Seite: Chronik des VZHÖ