Natural Horsemanship Kurs mit Angelika Wohinz
Kurs 31.3. – 1.4.2007
Freundlicher Weise stellte mir dann Fam. Brandstätter einen 3-jährigen, rohen Wallach zur Verfügung, und nachdem ich dies geklärt hatte, meldete ich mich für den Kurs an.
Zu Beginn der Arbeit – oder der Spiele, wie es bei Parelli und Angelika heißt – fand ich meine Situation ein wenig eigenartig. Ich hatte ein Pferd, das ich nicht kannte und von dem ich nichts wusste und sollte mit ihm die verschiedensten Übungen machen. Aber schon am ersten Tag stellte sich heraus, dass weder das Alter noch die Rasse noch die vorherige Beziehung zum Pferd wirklich ausschlaggebend waren. Mein kleiner Wallach benahm sich genauso wie alle anderen Pferde in der Halle, egal wie alt, ob Warmblut oder Huzule, eigenes oder geliehenes Pferd.
Wir lernten, dass die Pferde Abstand zu halten hatten und hinter uns gehen mussten – das haben auch die Pferde sofort kapiert. Also führten wir unsere Tiere mit dem richtigen Abstand hinter uns am Seil durch die Halle, ließen sie am Seil zirkeln, rückwärts gehen oder die Hinterhand weichen. Dann kam die Mittagspause.
In der Pause hatten wir einige Erfahrungen mit unseren Pferden auszutauschen, und danach vertieften wir die Übungen vom Vormittag, währen immer abwechselnd einer mit seinem Pferd im improvisierten „Round Pen“ arbeiten durfte. Dies ist sehr interessant, weil das Pferd dabei frei läuft und wirklich durch die eigene Körpersprache dirigiert werden muss.
Am Abend waren alle froh, dass der Tag vorbei war, denn es war doch für Mensch und Pferd sehr anstrengend.
Am nächsten Tag fingen wir wieder mit unseren Übungen an, die wir am Vortag gelernt hatten. Die Pferde hatten so gut wie nichts vergessen oder erinnerten sich zumindest sehr schnell wieder. Der Vormittag verlief ähnlich wie der Vortag, nur dass noch ein paar neue Übungen dazukamen. Wichtig war immer die eigene Haltung, auf die das Pferd unmittelbar reagierte. Funktionierte eine Übung nicht, konnte man fast sicher sein, dass man sich selbst nicht ganz richtig verhielt. Außerdem sollte man nicht unbedingt eine Übung durchbringen wollen, wenn alles andere funktionierte, war es besser diese eine Übung einfach zwischendurch immer wieder zu probieren, bis es klappte. Diese Erfahrung war für mich sehr wichtig, da nach der üblichen Methode einfach so lange das gleiche gemacht wurde (wenn sein muss auch mit Gewalt), bis der gewünschte Erfolg da war.
In Wirklichkeit aber sind Pferde auch Wesen, denen langweilig werden kann, und es ist daher sehr wichtig, immer Abwechslung zu bieten, auch innerhalb einer einzigen Übung sollte verschiedenartig gearbeitet werden, was natürlich die Fantasie des Menschen fordert.
Nach der Mittagspause sollten wir einige GHP (Gelassenheitsprüfung) – Hindernisse aufbauen.
Als ich die Hindernisse sah, wurde mir doch ein wenig mulmig, immerhin kannte ich mein Pferd immer noch nicht wirklich und hatte keine Ahnung, wie es auf Plane, Schirme, Flatterband, Mülleimer und so weiter reagieren würde. Meine Befürchtungen waren umsonst. Nachdem das Pferd einmal gelernt hatte, wo in unserer Miniherde sein Platz war und auch das entsprechende Vertrauen zu seinem Leittier aufgebaut hatte (ich hätte nie gedacht, dass dies an einem Tag möglich ist), ging es brav und fast ohne zu stocken über alle Hindernisse. Zufrieden mit dem Ergebnis, beschloss ich, zu Hause mit den eigenen Pferden zu spielen, um zu sehen was dabei herauskam.
Alle waren mit der Führung des Kurses und mit dem Eingehen auf jeden Einzelnen von Seiten Angelikas sehr zufrieden und wollten unbedingt eine Fortsetzung.
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