Wir waren dabei!
Isabella Kogler
Kurz zu meiner Person:
Ich heiße Isabella, bin 25 Jahre alt und habe mit 2,5 Jahren die ersten Kontakte zu Pferden gehabt. Vom Pflegepony angefangen bis zum Pflegepferd von der Rennbahn hatte ich einiges unter dem Sattel. Auch bei einer Reitergruppe war ich mal dabei und bin mit Reitgästen ausgeritten.
Spezialisiert aufs Dressur- oder Springreiten habe ich mich nicht, denn ich bin eine „Freestylereiterin" (ab ins Gelände, ob mit Englischsattel, Westernsattel oder ohne Sattel ist egal).
Mit 18 Jahren habe ich eine schöpferische Pause eingelegt und voriges Jahr im Herbst beschloss ich mir ein eigenes Pferd zuzulegen.
Ich wollte unbedingt ein Robustpferd, dass nicht zu hoch ist, da ich gerne ohne Sattel reite und nach Möglichkeit einen Rappen. Durch Zufall bin ich im Internet auf die Rasse Huzulen gestoßen. Von der Rassebeschreibung her, war es das perfekte Pferd für mich. Aber halten sie wirklich das, was sie versprechen? In der Ramsau (Steiermark) beim Reiterhof Brandstätter bin ich Probe geritten und war total begeistert. Vom Huzulenzuchtverband erfuhr ich dann, dass in Harbach (Oberösterreich) 2 Rappen, 3-jährig zum Verkauf stehen. Und so kam ich zu meinem Piotre.
Er war total roh. Dadurch, dass ich nicht mit ihm züchten wollte, habe ich ihn schneiden lassen und begann mit der Arbeit.
Zur Unterstützung holte ich mir noch einen Bereiter, der ist aber nicht oft oben gesessen, denn ich arbeitete fast täglich mit Pio. Longieren, damit er auf die Kommandos hört, Join ups, spazieren gehen im Gelände, damit er die Umgebung kennenlernt und wenn er Pause hatte, mal nur putzen und in seiner Nähe sein. Nach kürzester Zeit, Pio war sehr gelehrig, konnte ich auf ihm reiten.
Ich bin eine Wald- und Wiesenreiterin, ich liebe das Gelände. Lange Ausritte und die Herausforderung mit dem Pferd immer wieder neue Situationen zu meistern.
Im September fand der Orientierungsritt in Lebring (Steiermark) statt. Mir wurde erzählt, dass dies ein Ritt quer durchs Gelände ist, wo man selbst den Weg anhand von Markierungen oder Hinweisen finden muss und auf der Wegstrecke einige Aufgaben zu erfüllen sind. Gestartet wird normalerweise in Vierer-Gruppen.
Da wollte ich unbedingt mitmachen. Leider sind die restlichen Teilnehmer von unserem Stall ausgefallen und ich kam zu einer anderen Gruppe dazu. War aber kein Problem, denn Pio ist verträglich und ich auch!
Die Aufgaben die zu lösen waren:
- Man musste durch einen Planentunnel reiten, der 5 Meter lang und 3 Meter hoch war
- Fahnen, die auf Stecken befestigt waren von einer Seite zur anderen bringen
- einen Schlitten, auf dem Hörner befestigt waren, mit dem Lasso einfangen und dann durch einen Parcours im hohen Gras ziehen
- mit dem Pferd durchs Wasser reiten
- mit dem Schlauchboot um eine Boje paddeln
- und mit Pfeil und Bogen schießen
Die letzten zwei Aufgaben, aber ohne Pferd, sonst waren alle Aufgaben vom Pferd aus zu lösen!
Es ging bei dem ganzen Ritt nicht um die Schnelligkeit, man konnte sich den ganzen Tag Zeit lassen, außer beim Schlauchboot fahren musste man Gas geben, da ging es um Sekunden. Bei den anderen Aufgaben ging es um Punkte.
Über 20 Gruppen sind gestartet und alle hatten super Pferde, die eigentlich vor fast nichts Angst hatten und daher entscheideten dann die Punkte vom Bogenschießen und Schlauchboot fahren, welchen Platz man belegte.
Für mich war es eine Härteprobe, wie reagiert Pio auf andere Pferde, wie reagiert er auf die Aufgaben?
Mein 4-jähriger Wallach zeigte mir, dass ich mich beim Kauf richtig entschieden hatte. Er hatte vor nichts Angst und bei manchen Aufgaben bin ich mit ihm gleich als erste von unserer Gruppe geritten, da die anderen schon mal schief schauten, z.B. beim Planentunnel.
Nächstes Jahr wollen wir wieder starten!
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