Reisen zu den Ursprungsgestüten der Huzulenpferde - Radautz, Lucina - Rumänien
Die erste Reise führte uns Mitte Juli zu einem der Traditionsgestüte der österreichischen k.u. k. Mo-narchie – nach Radautz. Früher das Hauptgestüt für Huzulenpferde - heute werden dort nur noch Shagia Araber gezüchtet. Die Gestütsleitung hatte ein umfangreiches, inf0rmatives Besichtigungspro-gramm vorbereitet. In den Gestütsanlagenanlagen wurden uns die Deckhengste präsentiert, die Stu-tenherde mit Fohlen besuchten wir auf den weiter entfernt gelegenen Weiden. Da sich die Jung-hengstherde in nur schwer zugänglichem Gelände befand, konnten wir sie nur aus größerer Entfer-nung beobachten.

Früher, als Radautz auch noch das Stammgestüt der Huzulenpferde war, wurden alle Pferde gemein-sam im Frühjahr auf die etwa 90 km entfernten Sommerweiden, auf die bis zu 1600m hohen Poloni-nen nach Lucina getrieben. Mit dem Auto waren wir von Radautz nach Lucina auf Grund der teils schlechten Straßenverhältnisse über 2 Stunden unterwegs. Dort angekommen begrüßte uns die Ge-stütsdirektorin mit ihrem Team. Nach einem Willkommensumtrunk führte sie uns durch die sauber gepflegten Stallungen - wir mussten vorher einen Desinfektionskorridor queren – wo wir die Hauptbe-schäler in den Boxen und in einem Laufstall die Mutterstuten mit Fohlen sehen konnten.
Als nächstes wurden uns am Vorführplatz die Hengste und Mutterstuten einzeln vorgestellt und detaillierte Informationen über Formwert, Abstammung und Nachzucht gegeben.
Nach dem Mittagessen, das im positiven Gegensatz zu Restaurants aus typisch regionalen Gerichten bestand, standen Kutschen bereit, die uns zu den für die Autos zu schwierig erreichbaren hochgelege-nen Weidegebieten der Stuten bringen sollten. Wer nicht selber erlebt hat, wie die beiden Stuten, die die Gespanne, besetzt von jeweils sechs Personen, zogen, kann sich die Leistung der Pferde nicht vor-stellen. Die durch ein knapp davor niedergegangenes Gewitter ausgeschwemmten steinigen Hohlwe-ge beeinträchtigten die Zugleistung und das Vorankommen der Stuten keineswegs. Oben angelangt bot sich ein beeindruckendes Bild. Ein Weitblick bis in die nur 9km Luftlinie entfernten Ukraine, die in allen Richtungen liegenden Poloninen und die friedlich weidenden, neugierig auf uns zu kommenden Huzulenstuten mit ihren Fohlen.

Auf der abenteuerlichen Talfahrt querfeldein über die Weiden, wurde am Denkmal des Gründers der Lucina, des k.u.k Oberst und Gestüts-Kommandant Martin Ritter von Herrmann, Rast gemacht, bevor es in wilder Fahrt zurück zum Gestüt ging.
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